Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Neues Verfahren lindert Arthroseschmerzen im Knie

Neues Verfahren lindert Arthroseschmerzen im Knie

Embolisation von Kniegelenksarterien erweitert das Leistungsspektrum: Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim hat einen weiteren medizinischen Meilenstein gesetzt: Ende März führte das Team der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie erstmals eine sogenannte transarterielle periartikuläre Embolisation (TAPE) von Kniegelenksarterien zur Behandlung von Arthroseschmerzen durch.

Das neue minimalinvasive Verfahren gilt als innovative Therapieoption für Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose und stellt ein Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Region dar – auch im Vergleich zu größeren medizinischen Zentren wie Würzburg oder Heilbronn.

Kniearthrose zählt zu den häufigsten chronischen Gelenkerkrankungen. Viele Betroffene leiden über Jahre hinweg unter Schmerzen, eingeschränkter Beweglichkeit und einem deutlichen Verlust an Lebensqualität. Alltägliche Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen oder längeres Stehen werden zunehmend zur Belastung. Konservative Therapien wie Physiotherapie oder Schmerzmedikation stoßen oft an ihre Grenzen, während operative Eingriffe für viele Patientinnen und Patienten nicht infrage kommen.

„Die sogenannte genikuläre Arterienembolisation setzt genau an diesem Punkt an. Es handelt sich um ein bildgesteuertes, interventionell-radiologisches Verfahren, bei dem über einen minimalinvasiven Zugang gezielt kleinste Gefäße im Bereich des Kniegelenks verschlossen werden. Diese Gefäße spielen eine wichtige Rolle bei entzündlichen Prozessen, die wesentlich zur Schmerzentstehung beitragen. Durch die gezielte Reduktion dieser Entzündungsaktivität lassen sich Schmerzen deutlich lindern und die Beweglichkeit verbessern – ohne klassischen operativen Eingriff“, erklärt Prof. Dr. Manoj Mannil, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. „Mit der Embolisation von Kniegelenksarterien können wir Patientinnen und Patienten eine neue, schonende Behandlungsoption anbieten, insbesondere dann, wenn konservative Therapien nicht mehr ausreichen oder eine Operation vermieden beziehungsweise hinausgezögert werden soll“, so Prof. Dr. Mannil weiter. „Das Verfahren ermöglicht eine gezielte Behandlung der Schmerzursache und stellt einen wichtigen Fortschritt in der interventionellen Radiologie dar.“

Die transarterielle periartikuläre Embolisation kommt sowohl bei fortgeschrittener Arthrose als auch bei anhaltenden Schmerzen nach einem Kniegelenksersatz infrage. Sie ergänzt bestehende Therapiekonzepte und eröffnet neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten, die bislang nur begrenzte Behandlungsmöglichkeiten hatten. Erlernt hatte das Team die Technik unter anderem an der Universitätsklinik Düsseldorf sowie im Austausch mit einem Schwesterkrankenhaus der BBT-Gruppe in Bonn. Die Einführung des Verfahrens unterstreicht den hohen medizinischen Anspruch und die kontinuierliche Weiterentwicklung innovativer Behandlungsmethoden am Standort Bad Mergentheim.

„Mit der Einführung dieses Verfahrens haben wir unser medizinisches Angebot gezielt erweitert und bieten Patientinnen und Patienten in der Region Zugang zu modernen, schonenden Therapien auf höchstem Niveau“, betont Dr. Jochen Selbach, Ärztlicher Direktor des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim. „Gerade im Bereich chronischer Erkrankungen ist es entscheidend, neue Wege zu gehen und individuelle Lösungen anzubieten.“

Auch die Regionalleiterin der BBT-Gruppe Dr. Ulrike Heesemann bewertet die neue Methode als wichtigen Schritt für die regionale Gesundheitsversorgung: „Innovative Verfahren wie die Embolisation von Kniegelenksarterien zeigen, wie wir medizinische Qualität kontinuierlich weiterentwickeln und wohnortnah verfügbar machen. Das ist ein großer Gewinn für die Patientinnen und Patienten in unserer Region.“

Die Behandlungen finden in der Angiographie-Einheit des Caritas-Krankenhauses statt. Das minimalinvasive Verfahren erfolgt unter bildgebender Kontrolle und kommt ohne operativen Eingriff mit längerer Erholungsphase aus. Für viele Betroffene eröffnet sich damit eine neue Möglichkeit, Schmerzen deutlich zu lindern und die Beweglichkeit im Alltag zurückzugewinnen. „Viele unserer Patientinnen und Patienten berichten über eine lange Leidensgeschichte mit eingeschränkter Mobilität und hoher Schmerzbelastung. Mit diesem Verfahren können wir gezielt an den Ursachen der Schmerzen ansetzen und so eine echte Verbesserung erreichen“, erklärt Prof. Dr. Manoj Mannil.

Mit der Einführung dieser innovativen Therapie unterstreicht das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim seine Rolle als moderner Gesundheitsversorger, der neue medizinische Entwicklungen frühzeitig aufgreift und für die Menschen in der Region zugänglich macht.