26.03.2026 | Das Caritas Bad Mergentheim
Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Neues Verfahren lindert Arthroseschmerzen im Knie

Embolisation von Kniegelenksarterien erweitert das Leistungsspektrum: Das Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim hat einen weiteren medizinischen Meilenstein gesetzt: Ende März führte das Team der Klinik für Diagnostische und Interventionelle Radiologie erstmals eine sogenannte transarterielle periartikuläre Embolisation (TAPE) von Kniegelenksarterien zur Behandlung von Arthroseschmerzen durch.
Das neue minimalinvasive Verfahren gilt als innovative
Therapieoption für Patientinnen und Patienten mit Kniearthrose und stellt ein
Alleinstellungsmerkmal in der gesamten Region dar – auch im Vergleich zu
größeren medizinischen Zentren wie Würzburg oder Heilbronn.
Kniearthrose zählt zu den häufigsten chronischen Gelenkerkrankungen. Viele
Betroffene leiden über Jahre hinweg unter Schmerzen, eingeschränkter
Beweglichkeit und einem deutlichen Verlust an Lebensqualität. Alltägliche
Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen oder längeres Stehen werden zunehmend zur
Belastung. Konservative Therapien wie Physiotherapie oder Schmerzmedikation
stoßen oft an ihre Grenzen, während operative Eingriffe für viele Patientinnen
und Patienten nicht infrage kommen.
„Die sogenannte genikuläre Arterienembolisation setzt genau an diesem Punkt
an. Es handelt sich um ein bildgesteuertes, interventionell-radiologisches
Verfahren, bei dem über einen minimalinvasiven Zugang gezielt kleinste Gefäße
im Bereich des Kniegelenks verschlossen werden. Diese Gefäße spielen eine
wichtige Rolle bei entzündlichen Prozessen, die wesentlich zur
Schmerzentstehung beitragen. Durch die gezielte Reduktion dieser
Entzündungsaktivität lassen sich Schmerzen deutlich lindern und die
Beweglichkeit verbessern – ohne klassischen operativen Eingriff“, erklärt Prof.
Dr. Manoj Mannil, Chefarzt der Klinik für Diagnostische und Interventionelle
Radiologie. „Mit der Embolisation von Kniegelenksarterien können wir
Patientinnen und Patienten eine neue, schonende Behandlungsoption anbieten,
insbesondere dann, wenn konservative Therapien nicht mehr ausreichen oder eine
Operation vermieden beziehungsweise hinausgezögert werden soll“, so Prof. Dr.
Mannil weiter. „Das Verfahren ermöglicht eine gezielte Behandlung der
Schmerzursache und stellt einen wichtigen Fortschritt in der interventionellen
Radiologie dar.“
Die transarterielle periartikuläre Embolisation kommt sowohl bei
fortgeschrittener Arthrose als auch bei anhaltenden Schmerzen nach einem
Kniegelenksersatz infrage. Sie ergänzt bestehende Therapiekonzepte und eröffnet
neue Perspektiven für Patientinnen und Patienten, die bislang nur begrenzte
Behandlungsmöglichkeiten hatten. Erlernt hatte das Team die Technik unter
anderem an der Universitätsklinik Düsseldorf sowie im Austausch mit einem
Schwesterkrankenhaus der BBT-Gruppe in Bonn. Die Einführung des Verfahrens
unterstreicht den hohen medizinischen Anspruch und die kontinuierliche
Weiterentwicklung innovativer Behandlungsmethoden am Standort Bad Mergentheim.
„Mit der Einführung dieses Verfahrens haben wir unser medizinisches Angebot
gezielt erweitert und bieten Patientinnen und Patienten in der Region Zugang zu
modernen, schonenden Therapien auf höchstem Niveau“, betont Dr. Jochen Selbach,
Ärztlicher Direktor des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim. „Gerade im
Bereich chronischer Erkrankungen ist es entscheidend, neue Wege zu gehen und
individuelle Lösungen anzubieten.“
Auch die Regionalleiterin der BBT-Gruppe Dr. Ulrike Heesemann bewertet die
neue Methode als wichtigen Schritt für die regionale Gesundheitsversorgung:
„Innovative Verfahren wie die Embolisation von Kniegelenksarterien zeigen, wie
wir medizinische Qualität kontinuierlich weiterentwickeln und wohnortnah
verfügbar machen. Das ist ein großer Gewinn für die Patientinnen und Patienten
in unserer Region.“
Die Behandlungen finden in der Angiographie-Einheit des
Caritas-Krankenhauses statt. Das minimalinvasive Verfahren erfolgt unter
bildgebender Kontrolle und kommt ohne operativen Eingriff mit längerer
Erholungsphase aus. Für viele Betroffene eröffnet sich damit eine neue
Möglichkeit, Schmerzen deutlich zu lindern und die Beweglichkeit im Alltag
zurückzugewinnen. „Viele unserer Patientinnen und Patienten berichten über eine
lange Leidensgeschichte mit eingeschränkter Mobilität und hoher
Schmerzbelastung. Mit diesem Verfahren können wir gezielt an den Ursachen der
Schmerzen ansetzen und so eine echte Verbesserung erreichen“, erklärt Prof. Dr.
Manoj Mannil.
Mit der Einführung dieser innovativen Therapie unterstreicht das
Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim seine Rolle als moderner
Gesundheitsversorger, der neue medizinische Entwicklungen frühzeitig aufgreift
und für die Menschen in der Region zugänglich macht.


