07.04.2025 | Das Caritas Bad Mergentheim
Das Institut für Pathologie am Caritas-Krankenhaus unter Leitung der Chefärzte Dr. Thomas Lorey, PD Dr. Matthias Woenckhaus und Dr. Frank Grezella wurde jetzt erneut nach den anspruchsvollen Kriterien der Norm DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Dabei bescheinigten die Auditoren dem Institut „höchste Prozesssicherung bei der Planung, Durchführung und Kontrolle der Kernprozesse mit damit verbundener hoher Verantwortung in Bezug auf die Patientensicherheit“.
Das Institut fürPathologie beteiligt sich außerdem regelmäßig an Ringversuchen und Qualitätszirkeln, sowie an Fortbildungsveranstaltungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie bzw. des Berufsverbandes Deutscher Pathologen. Die Pathologie am Caritas versorgt inzwischen sechs externe Krankenhäuser mit einer Kapazität von rund 1.800 Betten mit pathologischen Leistungen. Dazu gehören das Krankenhaus Tauberbischofsheim, das Hohenloher Krankenhaus Öhringen, die Neckar-Odenwald-Kliniken Buchen und Mosbach, das DIAK-Klinikum Schwäbisch Hall und das Klinikum Crailsheim. Daneben schicken mehr als 100 niedergelassene Ärzte aller Fachrichtungen ihre Proben zur Befundung in die Pathologie am Caritas-Krankenhaus ein.
„Mit der Lizenz zum Färben“
Moderne Geräte beschleunigen die Arbeit
in der Pathologie und sorgen für mehr Patientensicherheit
Den Eingang des
Instituts für Pathologie des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim ziert eine
schwere Glastür aus den 70ern. Man braucht etwas Kraft, um sie zu öffnen – doch
dahinter arbeitet das Team der Pathologie mit hochmodernen Geräten. Dort gehen
täglich etwa 120 Fälle mit ca. 500 Gewebeproben aus allen Fachbereichen und
verschiedenen Kliniken ein, die von den Kolleginnen und Kollegen aufbereitet,
dokumentiert und schließlich durch die Ärzte ausgewertet werden. Damit leisten
sie einen entscheidenden Beitrag zur Diagnostik von Erkrankungen. Die
medizinisch-technischen Laborassistentinnen (MTLA) sitzen an ihren
Arbeitsplätzen und erstellen hier die hauchdünnen Schnitte von zuvor in
Paraffin eingebetteten Gewebeproben der Patientinnen und Patienten. Manchmal
ist in der Schnellschnittdiagnostik auch Eile geboten. Ein Schnellschnitt
erfolgt, während der Patient im Augenblick der OP auf dem OP-Tisch liegt und
der Operateur für sein weiteres Vorgehen dringend binnen weniger Minuten eine
telefonische Aussage zu den Tumorrändern oder der Tumorausdehnung braucht. Von
Hektik ist in der Pathologie allerdings nichts zu spüren, jeder Handgriff
sitzt. Die MTLAs sind erfahren und wissen genau was zu tun ist.
Schneller, effizienter und mit mehr Patientensicherheit
Insgesamt
verläuft der Prozess seit kurzem noch schneller und effizienter, denn das
Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim hat einen neuen Kapseldrucker der Marke dc-labman angeschafft: „Früher mussten wir jede Kapsel händisch mit der Zahl der
benötigten Exemplare und der Nummer der Probe beschriften und auf jede Kapsel
unser Kürzel setzen“, berichtet Laura Heck, die seit 10 Jahren im Institut für
Pathologie in Bad Mergentheim tätig ist und das Amt der Laborleitung verantwortet.
„Das wird jetzt alles vollautomatisch von unserem Kapseldrucker übernommen. Der
Drucker hat unterschiedliche Kapseln in sogenannten „Slots“ vorrätig. Wir
scannen den Auftrag am Kapseldrucker ab und er greift dann selbstständig auf
die verschiedenen Slots zu. Er zieht sich die benötigte Anzahl an verschiedenen
Kapseln mit einem QR Code und einer Nummer, die zur weiteren Verarbeitung
gespeichert werden. Am nächsten Arbeitsplatz sitzt dann eine Kollegin und
bestückt die Kapseln mit den Gewebsproben. Die Automatisierung im Vorfeld ist
eine enorme Zeitersparnis von durchschnittlich zwei Minuten pro Fall und erhöht
auch ganz massiv die Patientensicherheit, weil etwaige menschliche Fehlern
ausgeschlossen sind“, beschreibt Laura Heck den Fortschritt weiter.
Am Schneideplatz holt sich ihre Kollegin gerade neue Gewebskapseln aus dem Gefrierschrank. Sie reiht sie nebeneinander auf einer Kühlplatte auf: „Minus 14 Grad hat diese Platte, denn je kälter das Paraffin, desto fester ist es“, erklärt sie. Sie greift sich einen Gewebeblock und hält den QR Code der Kapsel zunächst wieder unter einen Scanner. Neben ihr steht ein Drucker, der so direkt den Auftrag erhält eine bestimmte Anzahl an Slides, also Objektträgern für die Probe, für bestimmte Färbungen zu drucken – alles digital und automatisch. Die Kollegin spannt sodann den Gewebeblock in ihr Schneidegerät und hobelt rasch Schicht um Schicht des gefrorenen Paraffins ab, bis sie an der Gewebeprobe angekommen ist. Alle Proben werden in hochpräzisen Schnitten und z.T. in Schnittstufen bearbeitet. Ganz vorsichtig nimmt sie jetzt den feinen Schnitt von drei Mikrometern auf einen Pinsel und legt ihn mit einem zweiten Pinsel in ein Wasserbad. „Das ist einfach warmes Wasser zum Strecken, hier dehnt sich der Schnitt etwas und Fältchen im Gewebe verschwinden, also ein Paraffin-Streckbad“, erklärt sie. Der Schnitt schwimmt oben auf und sie zieht ihn auf den eben gedruckten Objektträger, der ebenfalls wieder mit dem QR Code vom Beginn bedruckt ist. Die Objektträger werden am Rand des Streckbades aufgereiht und je nach benötigter Färbung dann in den Färbeautomaten gegeben. „Den zweiten unserer beiden Färbeautomaten haben wir auch gerade erst erneuert. Auch hier geht jetzt alles sehr schnell, wir haben einen enormen Durchsatz“, freut sich Laura Heck über den optimierten Workflow und die erhöhte Patientensicherheit.
Neuer Leica Vollautomat
Im nächsten
Raum wartet die neueste Errungenschaft des Instituts: Die vollautomatisierte
und anpassbare Hochgeschwindigkeits-IH- und ISH Färbeplattform BOND-PRIME von
Leica, von den Pathologie-Kollegen liebevoll auf den Namen „James Bond“ getauft.
„Das war sehr naheliegend in Anlehnung an die Bezeichnung von Leica, und dieser
Vollautomat kann auch wirklich alles“, lacht Laura Heck. Die immunhistologische
Diagnostik ergänzt die histopathologische Diagnostik. Sie beruht auf der
Antigen-Antikörper Reaktion und kann Proteine, Tumorantigene oder andere Zellstrukturen
sichtbar machen. „Die Umstellung auf dieses neue Gerät, das bald noch
Gesellschaft durch einen zweiten Vollautomaten bekommt, musste wegen der
Neuerungen in der In- Vitro- Diagnostik - Verordnung der EU erfolgen. Wir haben
uns hier für einen Vollautomaten entschieden, der einen Großteil aller
Antikörper schon vorvalidiert hat. Es gibt also fest vorgegebene, standardisierte
High- Definition Protokolle. Das heißt es ist wirklich sicher, der Topstandard
und das Nonplusultra für die Patientensicherheit“, erklärt Laura Heck. Und auch
für den in Kürze erwarteten zweiten BOND-Vollautomaten hat sich Team schon
einen Namen ausgedacht: „Mrs. Moneypenny, natürlich! Mit der Lizenz zum
Färben.“